Das Balancemodell

(nach Dr. N. Peseschkian)

Es wird davon ausgegangen, dass körperliche und seelische Gesundheit davon abhängt, ob ein Individuum sich in der Balance befindet. Angesprochen sind die vier Bereiche Körper-Sinne, Leistung, Kontakt und Zukunft-Phantasie. Betrachtet man dieses Modell für sich selbst, wird man feststellen, dass oft ein Ungleichgewicht herrscht. Im westlichen Kulturkreis besteht meist eine Überbetonung des Leistungsbereiches. Die Bereiche Zukunft-Phantasie (beinhaltet auch Glaube, Weltanschauung und Religion) und manchmal auch der Kontaktbereich sind oft unterbesetzt, der Körperbereich häufig negativ besetzt (Krankheiten, Störungen). Auch die Konfliktverarbeitung spielt sich in diesen vier Bereichen ab.

Bereich Körper-Sinne:


Der Betroffene versucht, unbewußt seine Probleme mit einer "Flucht in die Krankheit zu lösen. Bei Störungen in diesem Bereich kann es zu psychosomatischen Reaktionen, vitalen Ängsten, vegetativen Symptomen und Angst um den Körper kommen.
 

Bereich Leistung-Verstand:

Der Betroffene reagiert mit "Flucht in die Arbeit". Bei Störungen kommt es zu Symptomen wie Selbstwertproblemen, Versagensängsten, Leistungshemmungen usw. Auch die Begriffe Entlastungsdepression, Rentenneurose, Arbeitszwang, Leistungshemmung usw. fallen unter diese Kategorie.

Bereich Kontakt-Tradition:


Der Betroffene reagiert mit "Flucht in die Kontakte oder Einsamkeit". Es resultieren soziale Ängste mit Hemmungen, Kontaktangst, Ablösungsproblematik usw.
 

Bereich Phantasie-Intuition:

 

Die Inhalte dieses Bereiches reichen über die Wirklichkeit hinaus und beinhalten alles, was wir als Sinn des Lebens, Wünsche oder auch Utopien bezeichnen. Außerdem hängen Weltanschauung, Religion und die Frage nach einem Leben nach dem Tod damit zusammen. Symptome bei einer Flucht in die Phantasie sind: Existentielle Ängste, Drogenmißbrauch, Alkoholismus, Angspsychosen, Suizidgedanken, Wahnvorstelllungen. Im positiven Fall kann die Aktivierung der Phantasie zur Konfliktlösung beitragen.