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Therapeutisches Klettern

Wer hat sich im Leben nicht schon einmal die Frage gestellt, wohin der Weg geht und wie man die Hindernisse auf diesem Weg überwindet ?

 

Eine Antwort darauf kann möglicherweise beim Klettern gefunden werden. Dabei ist es nicht notwendig, besonders sportlich zu sein – Klettern kann grundsätzlich jeder !

Viele Menschen leiden unter Höhenangst, die sich z.B. bei steilen und ausgesetzten Wegen in den Bergen, Sesselliften und Gondeln, Brücken und Türmen bemerkbar macht.

Häufig ist diese Angst auch korreliert mit weiteren Ängsten, das heißt die Höhenangst ist lediglich ein Symptom. Bei Angstpatienten besteht grundsätzlich die Annahme, das Leben muss kontrollierbar, sicher und vorhersehbar sein. Ist das nicht der Fall, treten starke Symptome auf.

Diese Angst vor der Höhe kann man beim Klettern in der Halle wunderbar trainieren und verlieren. Der Patient lernt, dass auch beim Loslassen und Fallen nichts passiert, dass man der sichernden Person vertrauen kann und man eigene Erfolge spürt.

 

Hier wirkt das Klettern im Körperbereich, durch schnelle Erfolgserlebnisse „spürt man den Körper wieder“. Durch die Überwindung dieser Angst wird das „Tor zur Wahrnehmung anderer Ängste“ verkleinert, der Patient traut sich im Leben wieder mehr zu.

Die therapeutische Wirkung des Kletterns kann man sehr gut am Beispiel des Balancemodells mit den vier Bereichen Körper-Sinne, Leistung, Kontakt und Zukunft-Phantasie erklären.

Im Körperbereich wird die Konzentration, Beweglichkeit und Koordination gefördert, mehr als in den meisten anderen Sportarten. Man geht an die körperlichen Grenzen, spürt den Körper wieder neu, überwindet die Antriebslosigkeit (der 1. Schritt ist immer der schwerste!). Man lernt, die Route zu erkennen, ganz praktisch in Form der farbigen Griffe und Tritte.

Im Leistungsbereich gelingt es, mal wieder „über sich hinauszuwachsen. Eine neue Art von Leistung führt zu mehr Selbstbewusst sein, man spürt Glücksgefühle (Erhöhung der Neurotransmitter im Gehirn).

Im Kontaktbereich schließt man neue Kontakte und lernt, sich und anderen zu vertrauen.

 

Im Bereich Zukunft-Phantasie (Pläne, Wünsche und Hoffnungen) finden sich neue Lösungswege, man überträgt die gefundene Route auf sein Leben, überwindet Grenzen, lernt die Kontrolle auch mal abzugeben und sich fallen zu lassen. Das fördert das Finden von Perspektiven.

Die Erfahrung in Weiterbildungen haben gezeigt, dass Patienten, die an Einheiten des therapeutischen Kletterns teilnahmen, von diesen sehr schnell profitieren konnten. Schon nach 2 Einheiten zeigten sich positive Veränderungen, die sich auch in den begeisterten Rückmeldungen zeigten.

Das von mir angebotene therapeutische Klettern wird in einer Gruppe von zwei bis vier Personen zusammen mit einem zertifizierten Kletterführer in einer Indoor Kletterhalle durchgeführt und der/die PatientIn bzw. TeilnehmerIn wird mit einem bereits installierten Seil im Toprobe gesichert. Das heißt ein fest fixiertes Seil mit Umlenkung kommt von der Hallenwand, in die losen Enden wird der Kletterer und derjenige, der sichert, eingebunden.

 

Beim therapeutischen Klettern hat der oder die TherapeutIn eine spezielle Ausbildung, die zum Sichern befähigt. Niemand muss also Angst haben, abzustürzen.

 

Der Zeitrahmen beträgt 1,5 bis zwei Stunden. Die Kosten betragen pro Einheit 115 Euro incl. Eintritt in die Kletterhalle und Bereitstellung von Kletterschuhen und Klettergurt. Die Anzahl der Einheiten kann individuell festgelegt werden. Die Kurse werden auf Basis der jeweiligen Nachfrage aktuell geplant.

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